Blick in die Wanderfalken-Kinderstube

Im Juni 2020 hat sich auf dem Weißenburger Spitaltorturm ein Wanderfalkenpaar angesiedelt. Im Laufe des Sommers und Frühherbst 2020 wurde in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe des LBV an der nördlichen (marktplatzseitigen) Sandsteinbalustrade ein Wanderfalkennistkasten angebracht. In der Folgezeit hat sich das Präsenz des Wanderfalkenpaares verfestigt, die Vögel werden seither regelmäßig gesichtet. Da die große Hoffnung bestand, dass sich im Jahr 2021 möglicherweise ein Bruterfolg einstellen könnte, war die Stadt Weißenburg i.Bay. bemüht, den interessierten Bürgern einen Einblick in das Brut- und Aufzuchtverhalten dieser wunderschönen Falken zu ermöglichen. Die Firma E-Service Ueckert aus Westheim spendet die komplette dafür notwendige technische Anlage, bestehend aus 2 Videokameras und einem Aufzeichnungsgerät. Die Übertragung ist Live auf der Internetseite der Stadt www.weissenburg.de/webcam/.

Da Wanderfalken auch derzeit noch äußerst selten sind, hat sich der Freistaat Bayern im Biodiversitätsprogramm ihrer Erhaltung im Besonderen verschrieben. Der Wanderfalke war über Jahrzehnte hinweg durch die Nachstellung von Taubenhaltern, () die Verwendung von DDT (Insektizid) und durch gezielte Eientnahme für Falknerzwecke stark in seinem Bestand bedroht. Neben seinen angestammten Brutgebieten in felsigen Gebieten (z.B. dem Donaudurchbruch bei Weltenburg), nimmt der Wanderfalke zunehmen auch hohe Gebäude im besiedelten Umfeld in Beschlag.

Nachdem eine Kopulation unseres Wanderfalkenpaares bereits beobachtet werden konnte, besteht die Chance auf eine erfolgreiche Brut. Die markanten „Ackzick“-Rufe schallen derzeit fast täglich über den Marktplatz. Mit etwas Glück legt dann das Weibchen Anfang März seine 3-4 Eier. Mittlerweile liegt das dritte (Stand 15.03.2021) Ei im Nest. Nach einer Brutzeit von rund 30 Tagen sollten dann die Küken schlüpfen und nach etwa weiteren 40 Tagen sollten dann die Jungvögel ausfliegen. In der zweiten Maihälfte sind dann hoffentlich über dem Altstadtkern die Flugübungen der Jungen zu beobachten. Nach dem Ausflug ist noch eine rund vierwöchige Bettelflugperiode zu erwarten. Im Laufe des Augustes geht dann die Bindung zwischen den Eltern- und den immer selbständiger werdenden Jungtieren langsam verloren.

Die Video- und Aufzeichnungstechnik wurde von der Firma Elektroservice UECKERT aus Westheim gespendet. Der Nistkasten wurde vom LBV (Alfred Baumgärtner, Raitenbuch) gebaut und angebracht. Ebenso beteiligt waren die Untere- (LRA) und die Obere Naturschutzbehörde (Regierung von Mittelfranken), sowie Herr Markus Römhild und Ulrich Lanz (LBV) als begleitende Ornithologen. All diesen Helfern gilt unser Dank für die tatkräftige und fachliche Unterstützung zur Erhaltung einer selten gewordenen Spezies über unseren Köpfen innerhalb der schönen Weißenburger Altstadt!