Die Museumssaison 2026 beginnt und bringt neue Formate sowie bekannte Angebote mit sich
Nur noch wenige Tage, dann öffnen die Türen der Museen Weißenburg nach der Winterschließzeit wieder. Wie immer startet die Museumssaison am 15. März und das RömerMuseum, das ReichsstadtMuseum und die römischen Thermen sind für den Besucherverkehr bereit. Zuvor wurde geputzt, repariert und vor allem geplant. Denn im Jahr 2026 wird es so viele Veranstaltungen wie nie geben. Der Auftakt wurde bereits letztes Wochenende zum Welt-Frauentag gemacht. Die Themenführung zu den Frauen im Römischen Reich war hervorragend besucht und wird am 22. März um 14:00 Uhr im Rahmen von Winterzeit–Musemszeit wiederholt. Zuvor bieten die Vicani Taunenses et Raetienses am 15. März im Limes-Informationszentrum einen Info-Stand zum Leben am Limes an. Gleichzeitig startet die Sonderausstellung „Kleine Figuren
– Große Weltgeschichte“. Der Modellbauer Helmut Saiger stellt in kleinen Zinnfigur-Dioramen epochemachende Szenen dar. Die Sonderausstellung läuft bis zum 19. Juli und ist kostenfrei zu sehen.
Die im letzten Jahr sehr gut besuchte Vortragsreihe „Heritage Hopping, Welterbestätten zu Besuch in Weißenburg“ wird weitergeführt, erneut kommen Expertinnen und Experten von vier verschiedenen UNESCO-Welterbestätten nach Weißenburg, um „ihr“ Welterbe vorzustellen. Den Anfang macht das Karlingische Westwerk Kloster Corvey am 28. April, am 9. Juni wird der Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe präsentiert. Neu ist der Veranstaltungsort, die Vorträge finden allesamt im neuen Kulturforum in der Rosenstraße (ehemals Hypovereinsbank) statt. Im Herbst sind dann Vertreterinnen aus Regensburg und Hamburg geladen.
Vorträge werden auch im Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Freund oder Feind? Das römische Massengrab von Scupi“ angeboten, die sich alle mit einer eher dunklen Seite des Römischen Reiches beschäftigen. Denn die am 25. April startende Sonderausstellung im RömerMuseum beleuchtet ein römisches Massengrab, dass in der nordmazedonischen Stadt Skopje ausgegraben wurde. Mehr als 200 allesamt männliche Individuen wurden hier verscharrt. Kriminaltechnische und archäologische Untersuchungen erbrachten faszinierende Ergebnisse und liefern eine spannende Theorie, was sich um 300 n. Chr. auf dem Balkan abgespielt haben könnte. Eine weitere Sonderausstellung startet am 18. September. Zusammen mit dem LIMESEUM Ruffenhofen arbeiten die Museen Weißenburg aktuell daran, das Thema Wildtiere und Jagd am Limes aufzubereiten und zu präsentieren. Die Ausstellung „Hirsch, Braunbär und Co.“ wird einen Aspekt am Limes aufgreifen, der bislang gar nicht im Fokus der Betrachtungen stand.
Als Neuerungen wird es zwei neue Führungsformate geben. Das erste – die „Kulturhäppchen“ – bereiten einzelne Themen quasi mundgerecht auf. Nach einer Kurzführung im Museum, wobei bewusst kurze Wege gewählt werden und Sitzgelegenheiten vorhanden sind, geht es im Anschluss ins Museumscafé, wo die Führung nachbesprochen und das zugehörige gastronomische Angebot genossen werden kann. Start der neuen Reihe ist am Sonntag, den 22. März um 10:30 Uhr mit einer Kurzführung zu „Biriciana – ein Kastellort am Raetischen Limes“, nach der zum Weißwurstfrühstück in das Museumscafé geladen wird. Eine zweites neues Vermittlungsangebot stellt die Schauspielführung SCHLIEKOHL dar. Ab Oktober wird der Kunsthistoriker und Archäologe Dr. Cornelius Schliekohl eine ganz eigene Führung durch das RömerMuseum geben. Fordernd für die Teilnehmenden an der Führung, möglicherweise anstrengend und dennoch überaus amüsant, wie Dr. Schliekohl versucht, seine ausgeprägte Liebe zur Antike auf den Mann beziehungsweise die Frau zu übertragen. Die keineswegs ernstgemeinte Museumstour mit dem leicht misanthropischen Wissenschaftler könnte das Highlight der Saison werden.
Für die jungen und jüngsten Museumsbesucher bieten die Museen Weißenburg wiederum in allen bayerischen Schulferien verschiedene Angebote an. Bastelworkshops, Führungen und Aktionen kombinieren Ferien und Museum spannend und abwechslungsreich. Am Ostermontag startet um 10:30 Uhr die Ostereiersuche auf dem Kastellgelände, die Teilnahme ist natürlich kostenfrei. Bei SAGENhaft! – am 8. April findet der erste Termin statt – werden kleine Römerschatzentdecker mit Sagen durch das Museum geleitet, um am Ende den Weißenburger Schatzfund näher kennenzulernen. Neu ist der „Tag des Pferdes“ am 3. Mai auf dem Kastellgelände. Historische Darsteller bringen mit ihren Pferden das Leben eines Reitersoldaten sowie einer antiken Fuhrmannsfamilie auf das ehemalige Reiterkastell. Mit Reitvorführungen, Erklärungen und Pferden zum Anfassen kommen Geschichte- und Pferdefans gleichermaßen auf ihre Kosten. Als fixer Termin für Familien ist der UENSCO-Welterbetag am 7. Juni in vielen Kalendern notiert. In den römischen Thermen bringen Kostüm. und Kinderführungen den Badealltag im antiken Rom lebendig werden. Dazu leckeres Essen und Bastelangebote machen die Thermen zu einer tollen Anlaufstelle für kleine und große Römerfans.
Voraussichtlich ab Ostern wird auch die neue Handy-App „Biriciana AR“ verfügbar sein. Mit Hilfe der App kann das Kastellgelände virtuell erfahren werden. Der Archäologe Wilhelm Kohl oder der Soldat Vitalis führen Erwachsene und Kinder durch das Areal und zeigen mithilfe von virtuellen Rekonstruktionen, in denen man sich auch bewegen kann, wie die Gebäude vor gut 1800 Jahren ausgesehen haben. Gespickt ist das Ganze mit Quizfragen und kleinen Spielen, um den Aufenthalt spannend und kurzweilig zu gestalten.
Ob ganz klassisch in einer der öffentlichen Führungen, beim Besuch von Dauer- und Sonderausstellung oder beim Familientag in den Thermen, vielleicht auch digital am Handy oder einem der spannenden Vorträge – bei den Museen Weißenburg wird Geschichte erlebbar und vor allem für jeden in genau dem Format präsentiert, auf welches man grade Lust hat.
Das gesamte Jahresprogramm findet sich zum Download auf www.museum-weissenburg.de oder an verschiedenen Auslagestellen im Stadtgebiet. RömerMuseum, ReichsstadtMuseum und römische Thermen haben Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, das Kastellgelände ist jederzeit frei begehbar.
Bilder: Museen Weißenburg/Conrad Lunar; Museen Weißenburg/Onur Alagöz; Helmut Saiger; Tobias Holzinger
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