Verkehrssicherung im Stadtwald - Neues Konzept des Städtischen Forstamts

Der Stadtwald Weißenburg bietet seinen Besuchern einen PEFC-zertifizierten Erholungswald von herausragender Schönheit. Er unterliegt grundsätzlich dem Betretungsrecht der freien Natur, mit Ausnahme der Regeln und gesetzlichen Beschränkungen, zum Beispiel beim Radfahren (MTB), Reiten und Befahren mit motorgetriebenen Fahrzeugen. Der Wald wird naturnah und unter besonderer Beachtung des Naturschutzes bewirtschaftet.

Um die Sicherheit der Besucher so weit wie möglich und wie gesetzlich vorgeschrieben zu gewährleisten, werden zahlreiche Verkehrssicherungs- maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Städtischen Forstamtes durchgeführt und dokumentiert.

Regelmäßige stattfindende Kontrollen werden durch die Revierleiter zur Vermeidung von Megagefahren in Bereichen mit erhöhtem Besucheraufkommen, z. B. der Naherholungsbereich am Römerbrunnen, Wanderparkplätze, Waldkindergärten und entlang öffentlicher, nicht gesperrter Straßen im oder entlang des Stadtwaldes durchgeführt.  Forststraßen bleiben ausgenommen. Diese Kontrollen werden zweimal pro Jahr, im belaubten und unbelaubten Zustand der Waldbäume, durchgeführt und protokolliert. Erkannte Gefahren werden entfernt.

Dennoch bleiben waldtypische Gefahren, die von der Stadt Weißenburg als Eigentümerin nicht beseitigt werden können.  Die naturnahe Bewirtschaftung mit für den Naturschutz wichtigem Biotop- und Totholz bringt mit sich, dass entlang der Wanderwege jederzeit mit umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen zu rechnen ist. Auch können augenscheinlich gesunde Bäume durch den Klimawandel Schäden, z.B. im Wurzelbereich aufweisen, die nicht erkannt werden können und die Standsicherheit eines Baumes gefährden. Durch Insektenbefall und Baumhöhlen, die als Lebensraum für Tiere dienen, kann die Stabilität der Bäume ebenfalls gefährdet sein. Der Erhalt dieser wertvollen Biotopbäume aus Gründen des Naturschutzes verhindert das Beseitigen der Bäume. Von ihnen geht eine für unseren Wald typische Gefahr aus. Auch kleinere Äste im Kronenbereich können eine erhebliche Gefahr darstellen, die waldtypisch ist.

Wir weisen deshalb die Besucher an unseren Wanderparkplatzen durch Warnschilder auf mögliche Gefahren durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste hin, mit denen jederzeit zu rechnen ist.  Auch bei Wegen durch FFH- und Naturschutzgebiete wird der Waldbesucher auf diese Gefahr hingewiesen. Es liegt in der Eigenverantwortung der Besucher, diese Wege trotz dieser waldtypischen Gefahren zu betreten. Waldtypische Gefahren werden nicht entfernt.

 Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Waldbesucher vor zeitlich begrenzten Gefahren im Zusammenhang mit der Durchführung von Gesellschaftsjagden oder bei Forstarbeiten im Bereich von Wander- und Forstwegen durch deutlich sichtbare Absperrungen geschützt werden. Diese Absperrungen sind daher unbedingt zu beachten, da hier akute Lebensgefahr besteht.

Zusammenfassend wird der Aufenthalt im Stadtwald für Erholungssuchende nicht unsicherer als bisher. Vielmehr soll durch die Hinweise zur Verkehrssicherheit die Sensibilität jedes Einzelnen geschärft werden. Intakte Wälder wie der Stadtwald sind immer einen Besuch wert. Die Risiken dabei Schaden zu nehmen sind ungleich geringer als bei vielen Sportarten oder bei der Teilnahme am Straßenverkehr. Mit der Vernunft, nicht bei Sturm in den Wald zu gehen, bleibt es beim allgemeinen Lebensrisiko.