Oberhochstatt - Niederhofen - Kehl - Gänswirtshaus

das Dorf am Jurahang

Die ehemals selbständige Gemeinde Oberhochstatt mit ihren heute rund 1000 Einwohnern (davon rund 520 in Oberhochstatt selbst, 240 in Niederhofen, 100 in Gänswirtshaus und 140 in Kehl; Stand: 31.12.2016) wurde am 1. Mai 1978 zusammen mit den Gemeindeteilen Kehl und Niederhofen mit Gänswirtshaus und Kreuzwirtshaus nach Weißenburg eingemeindet.

Oberhochstatt

Oberhochstatt wird in einer Urkunde des Jahres 899 erstmals als „Hohenstat" genannt, was auf die Lage am Ende des Rohrbachtales als „hochgelegene Wohnstätte" hinweist .

Bis heute unterscheidet sich das Dorf in zwei Teile. Das „Obere Dorf" auf der Jurahochfläche (ca. 580 m ü. NN) mit vielen alten Jurahäusern, die zum Teil noch heute ihre flachen Legschieferdächer aufweisen, ist dabei der jüngere Teil Oberhochstatts.

In der siedlungsgünstigen Tallage ist das rund 70 m tiefer gelegene „Untere Dorf" um die spätmittelalterliche Kirche St. Martin (512 m ü. NN) wesentlich älter. Dieses für die fränkische Kolonisation typische Patrozinium lässt eine Gründung Oberhochstatts schon in fränkischer Zeit vermuten.

Als Ausdruck der Ortsgeschichte wurde für die Gemeinde Oberhochstatt am 10. Juli 1970 vom Bayer. Innenministerium ein Gemeindewappen genehmigt. Es zeigte oben in blauem Feld das alte Wülzburger Klosterwappen: ein schräg gekreuztes silbernes Schwert und einen silbernen Schlüssel, belegt mit einem goldenen Abtstab. Auf die damals noch überwiegende landwirtschaftliche Struktur Oberhochstatts sollte darunter der schwarze Pflug in silbernem Feld hinweisen. Heute arbeiten auch die Oberhochstatter überwiegend in der Weißenburger Industrie.

 

Kehl

Der Ort (530-560 m ü. NN) liegt siedlungsungünstig in einem langgezogenen, etwas flacheren Einschnitt („Kehle") am steilen Nordhang des Wülzburger Berges. Die Geschichte von Kehl ist, bedingt durch die Nähe zur Wülzburg, eng mit dem Kloster und der nachfolgenden Ansbachischen Festung verbunden. Zum Zeitpunkt der ersten Erwähnung, 1250, gehörte der Ort schon vollständig zum Benediktinerkloster. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kehl gänzlich zerstört; der Wiederaufbau erfolgte ab 1655.

Obwohl die Kehler eine starke Individualität betonen, gehören sie selbstverständlich in allen kirchlichen und vereinsmäßigen Belangen weiterhin zur alten Gemeinde Oberhochstatt.

 

Niederhofen

Der wohl im 8. Jahrhundert von Oberhochstatt aus gegründete Ort (ca. 460-470 m ü. NN) liegt im Osten Weißenburgs im Rohrbachtal an der früheren Nibelungenstraße. Wie Kehl war es schon vor der ersten Erwähnung – 1250 als „Niderhowen" – dem Kloster Wülzburg zugehörig. Später kam es wiederholt zum Streit mit der Reichsstadt Weißenburg, nachdem die Niederhofener durch übermäßige Wasserentnahme aus dem Rohrbach den Weißenburger Müllern buchstäblich das Wasser abgruben.

 

Literaturhinweise:

Gotthard Kießling: Stadt Weißenburg i. Bay., Denkmäler in Bayern V.70/2, München 2001, S. 250—251 (Kehl), 251-253 (Niederhofen), 253-257 (Oberhochstatt);

Oberhochstatt – Niederhofen – Kehl. Von Hohenstat zum Ortsteil von Weißenburg i. Bay. 899-1999 (Weißenburger Heimabtücher 6), Weißenburg 1999;

Friedrich Eigler: Die früh- und hochmittelalterliche Besiedlung des Altmühl-Rezat-Rednitz-raums (Eichstätter Geographische Arbeiten 11), München und Wien 2000, S. 220-236;

Unser Bayern, Jahrgang 20, Heft 7, München 1971.

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