Ikonen und Sakrale Kunst - 13.05. - 02.06.2017

Drei Künstler stellten eine aus der Zeit gefallene Kunstform vor

maria-schuenemann_ikonenausstellung-2017-3.jpg

Ikonen gibt es bereits seit den Anfängen des Christentums. Als ihre Vorstufe hat man spätantike Gedächtnisbilder an Verstorbene, wie sie sich in den Mumienportraits aus Fayum in Ägypten erhalten haben, in Anspruch genommen.
Um den Toten für immer im Gedächtnis zu behalten fertigte man ein Portrait von ihm an und wickelte dies in Kopf-, Hals- oder Brusthöhe zwischen den Binden ein.
Die frühesten Ikonen aus dem 6. und 7. Jahrhundert, deren größter Teil sich im Katharinenkloster am Sinai erhalten hat, gehen vielleicht auf diese Tration zurück. Sowohl in Hinblick auf ihre Herstellungsweise, als auch was Komposition und Stil anbelangt, sind sie den Mumienportraits sehr ähnlich.
Nicht nur die Ikonen selbst, sondern auch ihren Kult hat man auf die Mumienportraits zurückgeführt. Analog zu den spätantiken Gedächtnisbildern kam besonders in den südlichen Provinzen des byzantinischen Reiches Märtyrerbildnisse in Gebrauch. Wahrscheinlich im 5. Jahrhundert vollzog sich der Schritt vom Gedenkbild an einen im Kampf um das Christentum gestorbenen Märtyrer zum verehrungswürdigen Kultbild, und damit zur Ikone.
Im 6. Jahrhundert wurde die Ikonenverehrung kirchlich sanktioniert und nahm fortan einen wichtigen Platz im kirchlichen sowie im privaten Leben eines jeden Gläubigen ein.

Joachim Hansen
"Meine Maltechnik ist eine reine Mischtechnik (Guasch/Öl). Die Vergoldung ist eine Polimentvergoldung mit 23 Karat Blattgold."

Maria Schünemann
"Das Ikonenschreiben ist für mich ein meditativer Akt, ein gemaltes Gebet, eine bildgewordene Kontemplation. So male/schreibe ich die Ikonen streng nach ikonografischen Vorschriften in der ursprünglichen Technik mit Eitempera. Es sind also echte Ikonen, die auch größtenteils bereits geweiht/gesegnet worden sind."

Yordan Pashev
Die Ikone ist das Kultbild der orthodoxen Kirche. Ikonen machen das Göttliche sichtbar. Lassen Sie sich von der
Faszination der Ikone verführen.

Ikonenbilder dienen dazu eine direkte Verbindung zwischen dem Dargestellten und dem Betrachter herzustellen.

Die Austellung wurde am 13.05.2017 um 17.00 Uhr mit der Vernissage eröffnet. Die Kunstliebhaber hatten die Möglichkeit bis zum 02.06.2017 die etwas ungewöhnlichere Kunst zu bestaunen.